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  Freizeitstreß: die Angst, etwas zu verpassen

Immer mehr Jugendliche wachsen in Wohlstand und Überfluß auf, in einer Gesellschaft, die heute genauso stark von der freien Zeit geprägt wird wie von der Arbeitszeit. Aber: Je mehr freie Zeit Jugendliche zur Verfügung haben, je vielfältiger die Freizeit- und Konsumangebote sind, desto stärker wachsen die persönlichen Wünsche. Viele Jugendliche haben aber Schwierigkeiten, sich Grenzen zu setzen. Sie nehmen sich vor allem an Wochenenden weit mehr vor, als sie eigentlich bewältigen können – aus Angst, etwas zu verpassen. Doch allzu leicht werden sie Opfer ihrer eigenen Ansprüche, wird alles zuviel. Denn durch eine permanente Reizüberflutung, durch das Aneinanderreihen von Freizeit-Highlights werden Rastlosigkeit und Aufregung zum Dauerzustand. Eine innere Unruhe entsteht, die letztlich zur Unzufriedenheit mit sich selbst führt. Aus Lust wird Wut: 28 % der Jugendlichen können sich dann nur noch mit Aggressionen helfen. So jedenfalls die Erkenntnisse von Horst W. Opaschowski vom B.A.T. Freizeit-Forschungsinstitut.

Die Folgen: Schon heute gibt es an den deutschen Schulen immer mehr nervöse Jugendliche, die


ständig aggressiv reagieren,
  Schwierigkeiten haben, mit sich allein zu sein,
  immer neue Reize und Sensationen benötigen,
  ein schlechtes Erinnerungsvermögen haben,
  sich wenig Mühe geben.


Jagoda warnte vor verfrühtem Optimismus: "Die Kräfte des selbsttragenden Aufschwungs sind noch zu schwach", sagte er in Nürnberg. Gerade die Lokomotive des Arbeitsmarktes, die Bauwirtschaft, mache eine Krise durch. Zu den Branchen, die besonders zum Abbau der Arbeitslosigkeit beigetragen haben, zählt nach Angaben Jagodas vor allem der Dienstleistungssektor. Im Bereich Energie und Bergbau seien hingegen weitere Arbeitsplätze verloren gegangen.


Unfähig, zuzuhören
Von dieser Entwicklung sind aber nicht nur Jugendliche betroffen. Bereits Kinder leiden unter den Folgen des Freizeitstresses. In der Studie "Schulkinder heute" stellten 87 Prozent der befragten Lehrer fest, daß immer mehr Kinder unter Konzentrationsschwäche, Unruhe und Nervosität leiden. Und in dem Maße, wie die Ausdauerfähigkeit der Kinder abnimmt, steigt ihre Bereitschaft, sich ablenken zu lassen. Viele Kinder haben heute sogar Mühe, längeren Geschichten zuzuhören. Und selbst erzählen sie nur noch kurze Geschichten, die fast ausschließlich aus aneinandergefügten Höhepunkten bestehen, ähnlich den schnellen Schnitten in Musikvideos und Werbespots. Die Unfähigkeit zuzuhören, führt in Zukunft wahrscheinlich zu großen Problemen in der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Darüber hinaus wies die Universitätsklinik in Freiburg nach, daß bereits 23 % der befragten 6- bis 10jährigen Kinder unter Schlafstörungen leiden, verursacht durch chronische Streßbelastung. Und: Es besteht eine deutliche Verbindung zwischen kindlicher Hyperaktivität und ständigen Schlafstörungen. Als Hauptursache gilt die immer stärkere Verplanung der Freizeit. Manche Kinder haben geradezu einen übervollen Terminkalender: Nachhilfe, Ballett, Leistungssport, Musikunterricht, Selbstverteidigung etc. Da wird von Termin zu Termin gehetzt und oftmals nur, um den elterlichen Ehrgeiz zu befriedigen. Auf diese Weise können die Kinder ihre Freizeit nur konsumieren, statt spielerisch Phantasie und Eigeninitiative zu entwickeln.
Quelle: © 1998 Beratungsgruppe Denzel + Partner, Ludwigsburg
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Freizeit-Trend: Freude am Kitsch

Der Deutsche steht auf Erlebniswelten - vor allem dann, wenn sie künstlich sind. Filmkulissen statt echter Ruinen, Euro Disney statt Louvre, Millennium Dome statt Tate Gallery. Das ergab eine aktuelle Studie des Hamburger B.A.T. Freizeitforschungsinstituts.

Die Experten befragten 3.000 Deutsche über 14 Jahre nach ihrer Einschätzung und Bewertung von Freizeitparks und Erlebniswelten. "Die Erlebnis-Konsumenten von heute wollen perfekte Illusionen. Und sind auch mit Scheinwelten zufrieden, wenn sie die Wirklichkeit übertreffen", sagt Institutsleiter Prof. Dr. Horst W.Opaschowski. Nach seinen Angaben pilgern über 20 Millionen Bundesbürger jährlich zu den neuen "Kathedralen der Erlebnis-Industrie". Alles nur bunte Geschmacklosigkeiten? Von wegen: Nur etwa jeder achte Besucher (12 Prozent) sieht in den künstlichen Amüsier-Stätten eine Kitsch-Inszenierung. 47 Prozent haben ihr echtes Vergnügen daran. Eine neue TV- und PC-Generation wächst heran.

Laut Opaschowski wächst "eine neue TV- und PC-Generation heran, die ganz selbstverständlich mit künstlichen und virtuellen Welten zu leben weiß". 50 Prozent der Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren bewunderten die künstlichen Attraktionen als "erlebbare Sehenswürdig-keiten". 25 Prozent der Bundesbürger lobten die "gelungene Ablenkung vom Alltag". 19 Prozent der Befragten zeigten sich geradezu begeistert. Allerdings sind die Besucher auch Realisten: 21 Prozent der Befragten entlarvten das Angebot als das, was es auch sei: "Geschäftemacherei".

Den Vorwurf der totalen Kommerzialisierung machten insbesondere Befragte mit höherer Bildung (Hauptschulabsolventen 19, Uni-Absolventen 38 Prozent). Doch erkennen ist das eine - tun das andere: 17 Prozent der Uni-Absolventen kritisierten zwar den Freizeitpark als eine Form der "phantasielosen Freizeitgestaltung". 40 Prozent aber fänden Gefallen daran.
Quelle: Pro Sieben Digital Media GmbH

 
 
 
Aufgabe

Was steht im Text? Was ist richtig, was ist falsch?

Text zum Bestetigen richtig falsch
1. Der Deutsche möchte in seiner Freizeit etwas erleben, vor allem mag erkünstliche Attraktionen.
 
2. Der Deutsche besucht lieber Euro Disney als den Louvre.
 
3. Bei einer Umfrage wurden 3000 Kinder bis 14 Jahren befragt.  
 
4. Sie wurden gefragt, was sie über Freizeitparks denken.
 
 
5. Die Besucher der Freizeitparks wollen perfekte Illusionen.
 
 
6. Circa 20 Millionen Deutsche besuchen keine Freizeitparks.  
 
7. Nur jeder achte Besucher ist mit dem Besuch zufrieden.  
 
8. 47 Prozent halten die künstlichen Amüsier-Stätten für Kitsch.  
 
9. Die neue TV- und PC-Generation findet diese Orte uninteressant.  
 
10. 50 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren bewundern eher natürliche Attraktionen.  
 
11. 25 Prozent der Besucher können sich dort gut von ihrem Alltag ablenken.
 
 
12. 21 Prozent fanden das Angebot preiswert.  
 
13. Vor allem Besucher mit höherer Schulbildung finden das Angebot zu kommerziell.
 
 
14. 40 Prozent der Besucher mit höherer Schulbildung gefällt diese Form der phantasievollen Freizeitgestaltung.
 
 

Lösung:

Was steht im Text? Was ist richtig, was ist falsch?

Text zum Bestetigen richtig falsch
1. Der Deutsche möchte in seiner Freizeit etwas erleben, vor allem mag erkünstliche Attraktionen.
 
2. Der Deutsche besucht lieber Euro Disney als den Louvre.
 
3. Bei einer Umfrage wurden 3000 Kinder bis 14 Jahren befragt.  
 
4. Sie wurden gefragt, was sie über Freizeitparks denken.
 
 
5. Die Besucher der Freizeitparks wollen perfekte Illusionen.
 
 
6. Circa 20 Millionen Deutsche besuchen keine Freizeitparks.  
 
7. Nur jeder achte Besucher ist mit dem Besuch zufrieden.  
 
8. 47 Prozent halten die künstlichen Amüsier-Stätten für Kitsch.  
 
9. Die neue TV- und PC-Generation findet diese Orte uninteressant.  
 
10. 50 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren bewundern eher natürliche Attraktionen.  
 
11. 25 Prozent der Besucher können sich dort gut von ihrem Alltag ablenken.
 
 
12. 21 Prozent fanden das Angebot preiswert.  
 
13. Vor allem Besucher mit höherer Schulbildung finden das Angebot zu kommerziell.
 
 
14. 40 Prozent der Besucher mit höherer Schulbildung gefällt diese Form der phantasievollen Freizeitgestaltung.
 
 
 
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