Günter Grass

Literatur-Nobelpreisträger 1999

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Günter Grass

1927 16. Oktober: Günter Grass wird in Danzig geboren, er wohnt mit seiner Familie in einer Zweizimmerwohnung über dem Kolonialwarenladen der Eltern

1933-1944 Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Danzig; Mitglied beim Jungvolk und später bei der Hitlerjugend

1944-1946 Einberufung zum Luftwaffenhelfer, Arbeitsdienst; Einberufung zur Panzerwaffe; Verwundung beim Fronteinsatz; Lazarett; bis 1946 bleibt Grass in amerikanischer Gefangenschaft in Bayern

1946 Arbeit bei Bauern und in einem Kalibergwerk

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Günter Grass

1947/48 Steinmetzlehre in Düsseldorf

1948-1952 Studium der Graphik und Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie; Reisen nach Frankreich und Italien per Autostopp

1953-1956 Student an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin bei dem Bildhauer Karl Hartung

1954 Eheschließung mit der Ballettstudentin Anna Schwarz

1955 erste Lesung vor der Gruppe 47, Teilnahme an einem Lyrikwettbewerb des Süddeutschen Rundfunks; erste Veröffentlichung in „Akzente“

1956 Übersiedlung nach Paris

1956/57 erste Ausstellungen von Plastiken und Graphiken in Stuttgart und Berlin-Tempelhof; daneben schriftstellerische Tätigkeiten; in den ersten Jahren bis 1958 entstehen vor allem Kurzprosa, Gedichte und Theaterstücke, die dem poetischen oder absurden Theater zuzuordnen sind; „Vorzüge der Windhühner“, Gedichte (1956) Geburt der Zwillinge Franz und Raoul

1958 Reise nach Polen; Uraufführung seines Theaterstückes „Onkel, Onkel“ in Köln; Verleihung des Preises der „Gruppe 47“ für die Lesung aus dem Manuskript „Die Blechtrommel“

1959 „Die Blechtrommel“, Roman (Verfilmung 1979 von Volker Schlöndorff)

1960 Rückkehr nach Berlin; „Gleisdreieck“, Gedichte

1961 „Katz und Maus“, Novelle

„Die bösen Köche“, uraufgeführt in Berlin
Geburt der Tochter Laura; Begegnung mit Willy Brandt, Beginn seines Engagements für die SPD

1963 „Hundejahre“, Roman; Berufung an die Akademie der Künste

1965, 1969 und 1972 Beteiligung an Wahlkampftourneen für Willy Brandt; Mitglied der SPD von 1982 bis 1993; Grass äußert sich immer wieder in offenen Briefen oder Reden zu politischen Themen, wodurch er sich über seine schriftstellerische Tätigkeit hinaus Gehör in der Öffentlichkeit verschafft
Grass begleitet seinen Duzfreund Willy Brandt bei vielen politischen Reisen u.a. 1970 nach Warschau, 1973 nach Israel

1965 Georg-Büchner-Preis, Preisrede „Über das Selbstverständliche“
Geburt des Sohnes Bruno

1966 „Die Plebejer proben den Aufstand“, Theaterstück, Brechts Rolle während des Aufstandes in der DDR am 17. Juni 1953 wird darin thematisiert; Reisen in die USA, in die Tschechoslowakei und nach Ungarn

1967 „Ausgefragt“ Gedichte

1968 „Brief über die Grenze“, Dialog zwischen dem tschechischen Schriftsteller Pavel Kohout und Grass zum Thema Prager Frühling; Fontane-Preis

1969 „Davor“, „Örtlich betäubt“  – Theaterstücke, Ausdruck seines politischen Engagements; Wahlkampfreisen, Protestaktionen in Ost und West gegen die Notstandsgesetze, den „autoritären Klerikalismus“, die „reaktionäre Bundespolitik“ und die „Unterdrückung der Freiheit in der DDR“

1972 „Aus dem Tagebuch einer Schnecke“, Erzählung, Grass beschreibt darin seine Erfahrungen beim Bundestagswahlkampf 1969 für die Es-Pe-De, Teilnahme am Bundestagswahlkampf

1974 Austritt aus der katholischen Kirche aus Protest gegen deren Haltung zur Reform des § 218 StGB, Geburt der Tochter Helene

1975 Reise nach Indien

1976 Ehrendoktortitel der Harvard University, Gründung der Zeitschrift L’76 mit Heinrich Böll und Carola Stern

1977 „Der Butt“, Roman, wird im Ausland positiver aufgenommen als in Deutschland; Premio internationale Mondello, Palermo

1978 „Denkzettel“, Politische Reden und Aufsätze 65-76; Stiftung des Alfred-Döblin-Preises; Scheidung von Anna Grass

1979 „Treffen in Telgte“, eine Erzählung; Eheschließung mit Ute Grunert; „Die Blechtrommel“ verfilmt von Volker Schlöndorff, Mitarbeit am Drehbuch

1980 „Aufsätze zur Literatur“; „Kopfgeburten oder sterben die Deutschen aus“

1983 Präsident der Berliner Akademie der Künste; „Heilbronner Manifest“ von Grass mitunterzeichnet; Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler in der Bundesrepublik rufen darin öffentlich zur Wehrdienstverweigerung auf
„Die Vernichtung der Menschheit hat begonnen“, Rede anlässlich der Verleihung des Feltrinelli-Preises

1986 „Widerstand lernen“, Politische Gegenreden 1980-1983
„Die Rättin“ (Verfilmung 1997), Prosaerzählung, „ein apokalyptisches Feature über den Selbstmord der Menschheit“
Aufenthalt in Kalkutta (August 86 bis Januar 87)

1987 Beteiligung an der SPD-Kampagne für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein; Werkausgabe in 10 Bänden

1988 „Zunge zeigen“

1989 Austritt aus der Akademie der Künste, weil diese aus Sicherheitsgründen eine Solidaritätsveranstaltung für Salman Rushdie verweigert hatte

1990 in Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung spricht sich Grass gegen eine „Ruck-zuck-Einheit über den bloßen Anschlussartikel 23 des Grundgesetzes“ aus und wirbt stattdessen für eine allmählich zusammenwachsende föderalistische deutsche Kulturnation
„Ein Schnäppchen namens DDR“, letzte Reden vorm Glockengeläut

1992 „Unkenrufe“, Rede vom Verlust, über den Niedergang der politischen Kultur im geeinten Deutschland

1993 aus Protest gegen die Asylrechtsänderung tritt Grass aus der SPD aus
Ehrendoktorwürde der Universität Gdansk (Danzig) und Ernennung zum Ehrenbürger von Gdansk

1995 „Ein weites Feld“, Roman, der zwischen Mauerbau und Wiedervereinigung spielt und ein Panorama deutscher Geschichte von der Revolution 1848 bis zur Gegenwart zeichnet

1996 Grass wird mit dem Sonning-Preis ausgezeichnet, der wichtigsten kulturellen Auszeichnung Dänemarks; Thomas-Mann-Preis der Stadt Lübeck

1997 19. Oktober: In seiner Laudatio bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den türkischen Schriftsteller Yasar Kemal richtet Grass heftige Angriffe gegen die Regierung der Türkei wegen ihrer Kurdenpolitik und attackiert auch die Bundesregierung wegen der Änderung des Asylrechts: „Ich schäme mich meines zum bloßen Wirtschaftsstandort verkommenen Landes, dessen Regierung todbringenden Handel zulässt und zudem den verfolgten Kurden das Recht auf Asyl verweigert.“

1998 Grass, der 1989 aus der Berliner Akademie der Künste ausgetreten war, wird auf der Frühjahrsversammlung der Akademie wieder zugewählt
Wahlkampfveranstaltungen für die SPD in Schwerin, Weimar, Jena und Erfurt

1999 „Mein Jahrhundert“: Für jedes Jahr dieses Jahrhunderts erfindet Grass eine Geschichte, die jeweils ihren eigenen Erzähler hat
Verleihung des Literaturnobelpreises

 

Am 13. April 2015 ist Günter Grass gestorben.

 

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