Die Bezeichnung
„Wahlenstraße“ ist der älteste
Straßenname in Regensburg. Die zurückgebliebenen
Romanen werden von den Baiern „Walha“ oder „Welsche“
genannt. „Kauderwelsch“ ist ein Ausdruck für
etwas Gesprochenes, das unverständlich bleibt.
6. Jh.
Die Bajuwaren, das Stammvolk der Baiern, nehmen Besitz von
Regensburg und dem Umland. „Reganespurc“ wird
Sitz der Agilolfinger. Sie regieren Bayern.
Sie errichten, geschützt von den alten Mauern, Toren
und Türmen der Castra Regina, eine Herzogspfalz.
9. Jh.
Regensburg ist Mittelpunkt des ostfränkischen Reiches
der Karolinger und zeitweise Residenz von Karl dem Großen
und anderen karolingischen Königen.
In dieser Zeit entsteht der Römerturm am Kornmarkt. Vermutlich
war er ein Zufluchtsort bei drohender Gefahr, wahrscheinlich
auch eine Schatzkammer. Seine dicken Mauern deuten daraufhin.
11.- 13.Jhd.
Regensburg entwickelt sich zur wichtigsten Handelsstadt im
damaligen deutschen Südosten. Die Handelsbeziehungen
reichen bis Ungarn, Rußland, Böhmen und Italien.
Eine Schiffsbrücke über die Donau, von Karl dem
Großen angelegt, ist ein bedeutender Grund für
die Entwicklung zur Handelsmetropole.
1135 - 1146
Die Steinerne Brücke
wird in nur 11 Jahren erbaut. Das gewaltige Unternehmen wird
von Regensburger Großkaufleuten finanziert. Die Brücke
überspannt die Donau mit 15 Rundbögen mit einer
Spannweite von jeweils ca.12 Metern. Ihre Gesamtlänge
beträgt
308, 70 m, ihre Breite ca.7 m. Die Steinerne Brücke hat
Einfluß auf den Brückenbau in ganz Europa.
Ursprünglich gab es viele Verzierungen, Türme und
Wachhäuser. Heute ist nur noch das Brücktor auf
der Stadtseite erhalten.
Die Steinerne Brücke macht Regensburg als Handelsstadt
noch bedeutender: Keine andere Stadt - außer Köln
- ist so wohlhabend und volkreich wie Regensburg (ca. 25.000
Einwohner).
Aus dieser Zeit stammen die Wohnburgen der Patrizier im alten
Kaufmannsviertel.
Die Patrizier sind reiche Handelsherren und sie errichten
nach italienischem Vorbild ca. 60 Adelsburgen mit Türmen.
Ein Beispiel für ein Patrizierhaus ist
Der Goldene Turm:
Die Funktion des Turmes:
1. Repräsentation,
2. teilweise Warenlager,
3. religiöser Glaube, da der Turm über der Hauskapelle
gebaut war.
Im frühen Mittelalter wird üblicherweise aus Holz
gebaut, in Regensburg nehmen die Kaufleute von steinernen
Wohnbauten Besitz. So ist ihre wertvolle Ware (Pelze, Waffen,
Felle, Stoffe) besser vor Feuer und Diebstahl geschützt.
1245
Regensburg wird freie Reichsstadt.
>>> Fortsetzung:
Teil 2
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